Brennholz – Tipps zu Holzsorten, Brennholzarten und Lagerung

Das Heizen mit Brennholz sorgt nicht nur für eine gemütliche Atmosphäre im Wohnraum, es bietet zudem preisliche und ökologische Vorteile. Allerdings muss sich der Verbraucher bei der Auswahl von Brennholz mit verschiedensten Faktoren auseinandersetzen. Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, wurden in diesem Ratgeber Tipps zu den verschiedenen Holzsorten und Brennholzarten zusammengefasst. Abgerundet werden die Informationen durch Empfehlungen zur Lagerung.




Brennholz / Bildquelle www.pixabay.com_Hans


Brenneigenschaften der Holzsorten

Egal ob Buche, Eiche oder Fichte – Jedes Holz hat individuelle Eigenschaften und es kommt zu unterschiedlichen Werten. Wer mit Brennholz heizen möchte, sollte sich über die Brenneigenschaften informieren. Für einen schnellen Überblick, hier eine Liste mit den fünf gängigen Holzsorten und dessen Eigenheiten:

  1. Fichte (Nadelbaum): Dieses Holz ist für kurze Anheizzeiten bekannt. Die Temperaturen im Ofen steigen schnell. Die Partikelverbrennung ist aufgrund maximaler Abbrandtemperaturen optimal.
  2. Birke (Laubbaum): Offene Feuerstellen werden durch das leicht entzündliche Birkenholz positiv geprägt. Neben dem geringen Funkenflug wirken sich die ätherischen Öle vorteilhaft aus. Sie sorgen für ein wohltuendes und sehr angenehmes Raumklima. Populär ist Birke auch durch das helle Flammenbild, welches durch blaue Nuancen außergewöhnliche Optiken erzeugt. In Sachen Brennwert kann Birke aber nicht mit Esche, Eiche und Buche mithalten.
  3. Buche (Laubbaum): Beim Heizwert ist Buche der unangefochtene Spitzenreiter. Beim gleichmäßigen Verbrennen entwickelt das Holz viel Glut. Buche eignet sich für offene Feuerstellen wegen des minimalen Funkenflugs ideal.
  4. Eiche (Laubbaum): Dieses Holz weist Funkenflug auf und knistert beim Verbrennen stark. Viele Ofenfreunde mögen das und bevorzugen dieses Holz, dank der attraktiven Atmosphäre. Allerdings sollte Eiche wegen der Funken ausschließlich bei geschlossenen Öfen zum Einsatz kommen.
  5. Esche (Laubbaum): Bezüglich der Brenneigenschaften stimmt Esche mit Buche überein. Lediglich der Brennwert ist geringer. Am Brennholzmarkt ist Esche weniger vertreten, da es in heimischen Laubwäldern selten vorkommt.

Generell werden Hölzer in zwei Gruppen eingeteilt: Laub- und Nadelhölzer. Weniger dicht und weicher ist das Nadelholz, weil diese Bäume schneller wachsen. Damit einhergeht, dass Nadelholz heißer und schneller verbrennt. Zu den Nadelhölzern zählen neben Fichte auch Lärchen-, Tannen-, Kiefern- und Douglasienholz. Diese Hölzer sind ideal als Anzünder. Der Heizwert ist bei Laubhölzern höher, weil sie eine höhere Dichte aufweisen. Preislich ist Holz von Laubbäumen höher angesiedelt. Um einen Eindruck zum Brennwert und der Energieausbeute der Hölzer zu geben und zu verdeutlichen, wie viel Heizöl damit ersetzt werden kann, nachfolgend eine Tabelle mit entsprechenden Hinweisen:

Holzsorte

Energieleistung

je Raummeter / Durchschnitt

Umrechnung in Heizöl

Kiefernholz

Lärchenholz

Douglasienholz

1.500 kWh

ca. 150 Liter

Fichtenholz

Tannenholz

1.350 kWh

ca. 135 Liter

Buchenholz

Ahornholz

Eschenholz

ca. 1.800 – 2.100 kWh

ca. 180 – 210 Liter

 

Eine hilfreiche Quelle für Zulieferer und Händler von Brennholz ist die Suchmaschine unter industrystock.de, welche in erster Linie der Industrie als Online-Produktverzeichnis dient, gleichzeitig aber zum Recherchieren herangezogen werden kann. Über das Portal lassen sich die verschiedenen Internetauftritte der Firmen aufrufen.

Brennholzarten und Lagertipps

Generell hat Brennholz einen enormen ökologischen Vorteil. Kaminholz in getrockneter Form erzeugt beim Verbrennen kaum Rauch. Die Asche entspricht gerade einmal rund 1 Prozent des ursprünglichen Holzgewichts und versorgt Pflanzen als natürlicher Dünger mit vielen wertvollen Bestandteilen wie Kalzium, Magnesium, Phosphorsäure und Stickstoff. Da bei der Verbrennung nicht mehr Kohlendioxid entsteht, als beim Wachstum der Bäume, kann Brennholz außerdem als emissionsarm eingestuft werden. CO2-Neutralität ist gegeben. Markante Pluspunkte, die für Brennholz sprechen. Allerdings stellt sich die Frage, welche Brennholzart die Beste ist. Allgemein ist es zunächst wichtig, dass Brennholz möglichst trocken ist. Je feuchter das Brennholz, desto mehr Schadstoffe entwickeln sich und desto mehr Rauch entsteht. Höher als 20 Prozent darf der Feuchtigkeitsgehalt nicht sein.

Holzscheite

Bei Holzscheiten sollte dessen Länge nicht über 30 Zentimeter hinausgehen, um ein bequemes Anfeuern zu gewährleisten. Zu lange und dicke Scheite erfordern zu viel Zeit zum Brennen, was zudem die Entwicklung von Schadstoffen fördert. Größere Mengen Holzscheite werden idealerweise abwechselnd in Längs- und Querrichtung gelagert, um eine optimale Trocknung zu gewährleisten. Abhängig vom Alter des Holzes kann es bis zu zwei Jahre dauern, bevor sich die Holzscheite zum Anfeuern eignen. Für die Lagerung ist ein gut belüfteter und trockener Ort zu wählen. Geschlossene Räume wie Keller oder Garage sind nicht geeignet. Wie es richtig geht, verrät das Magazin Mein schöner Garten auf dessen Webseite. Dort wird unter anderem erklärt: „Das Holz sollte keinen direkten Bodenkontakt haben, sondern auf einer Unterlage gestapelt werden. Auch zwischen Rückwand und Holzstapel sollte ein handbreiter Spalt bleiben, damit die Luft zirkulieren kann. Das beschleunigt die Trocknung und verhindert Fäulnis.“

Holzscheite / Bildquelle www.pixabay.com_Gaertringen

Holzbriketts

Holzbriketts werden aus Sägespänen und Sägemehl gefertigt und sind sehr umweltfreundlich. Die Herstellung erfolgt ohne Bindemittel ausschließlich mit Druck. Der Großteil der Produkte ist 30 Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von zehn Zentimeter. Der Wassergehalt muss unter 15 Prozent und der Aschegehalt unter 1,5 Prozent liegen. Eine Mindestdichte von 1,0 Gramm je Kubikzentimeter ist vorteilhaft. Mittig wird eine Luftröhre „eingebaut“ um die Verbrennung zu optimieren. Der Wassergehalt liegt bei rund zehn Prozent. Briketts eigenen sich für Kaminöfen, Kachelöfen und Holzkessel. 100 Kilogramm Holzbriketts können in Bezug auf den Brennwert etwa 55 Liter Heizöl ersetzen. Weitere Informationen zur Qualität von Holzbriketts haben wir hier zusammengestellt.

Holzbrikett / Bildquelle www.pixabay.com_mikegi

Holzpellets

Hierbei werden Sägespäne, Sägemehl, Rinde und Holzstücke zu Pellets gepresst. In der Regel haben sie eine Rollenform mit sechs Millimeter Durchmesser und vier Zentimeter Länge. Verpackt in 15 Kilogramm-Säcke gestalten sich Umgang und Lagerung komfortabel. 100 Kilogramm Pellets ersetzen rund 50 Liter Heizöl bezüglich des Brennwertes. Ein Wassergehalt von unter zehn Prozent und ein Staubanteil von unter zwei Prozent sind positiv.

Hackschnitzel

Hackschnitzel bestehen aus Resthölzern und sind für Vorofenfeuerungen und automatische Holzheizkessel ideal. Bei herkömmlichen Heizöfen ist eine Länge von mindestens sechs Zentimetern entscheidend. Bei automatischen Heizanlagen ist eine Größe von zwei bis drei Zentimetern besser. Der Heizwert ist mit 800 kWh pro Raummeter relativ gering. Beim Kauf sollte auf einen Aschegehalt von weniger als 1,5 Prozent geachtet werden.

Brennholzprodukte wie Hackschnitzel und Pellets können in einem Lagerraum im Haus aufbewahrt werden, welcher gesetzlichen Anforderungen zu Trockenheit, Lagervolumen, Mindestgröße und Brandschutzmaßnahmen entspricht. Briketts können im Wohnbereich aufbewahrt werden, sollten aber stets vor Feuchtigkeit geschützt sein.

Fazit

Wird nur selten gefeuert, ist Fichtenholz aufgrund des günstigen Preises ausreichend. Sobald jedoch regelmäßig angefeuert wird, ist der Griff zu Laubholz empfehlenswert. Welche Brennholzart eingesetzt wird, ist von der Heizanlage abhängig. Bei Brennöfen mit einer Heizleistung von maximal 20 Kilowatt sind Briketts und Pellets gut geeignet. Sie sind teurer in der Anschaffung, aber komfortabel im Umgang. Hackschnitzel sind bei Heizkesseln mit mehr als 100 Kilowatt Heizleistung angemessen. Holzscheite sind bei Liebhabern des klassischen Anfeuerns nach wie vor sehr gefragt. Elementar für den Wohnbereich ist, dass nur natürliche Holzscheite, Holzkohle, Holzkohlebriketts, naturbelassene Holzreste wie Hackschnitzel sowie Holzpellets, Holzbriketts oder andere Presslinge zum Heizen zugelassen sind.